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Verrat des MAD

 

Nachdem der MAD die Ermittlungen abgeschlossen hatte, wurden diejenigen KSKler am Montag in Calw informiert, welche in einem Chat von Behördenmitgliedern „entdeckt“ worden waren (der bewiesenermaßen völlig legal und nicht zu beanstanden war) dass sie am Freitag nicht nach Hause, sondern in der Kaserne verbleiben sollten. Dies war für jeden der Beteiligten ein mehr als deutlicher Hinweis, dass irgendwas nicht stimmte. Im Laufe der Woche wurde dann verallgemeinert, dass alle die Kaserne nicht verlassen sollten. Man hatte sich sozusagen selbst verplappert und all diejenigen, welche schon bei Einzelgesprächen beim MAD waren, voralarmiert. Hätte man es lieber zuerst für alle gemacht, statt nur für den kleinen Kreis, wäre es nicht aufgefallen.

Keiner hatte was Unrechtes getan und alle stellten sich jetzt darauf ein, dass es nun ein Gesamtgespräch/Gruppe mit den MAD gäbe. Da man annahm, dass die Gespräche lange dauern würden, hatten sie sich präpariert und die Kommandohosen umfunktioniert zum Depot für Brötchen, Trinken, Snacks aller Art. Die Ermittler, welche dann überraschenderweise nicht vom MAD, sondern von ziviler Schiene kamen, staunten nicht schlecht, als alle sozusagen vorbereitet und ihnen heiter entgegen traten. Der MAD hat somit gar nichts mit dem „Verrat“ der Befragung zu tun, sondern es waren nur logische Schlussfolgerungen und gesunder Menschenverstand. Die versehentlichen Vorabinfos an die Betroffenen der Auslöser.

Da André S. die Behörden mit ihren Schwächen, Stärken und Vorgehensweisen genau kennt und auch von Kontakten aus Berlin die Info bekam, dass man politisch „Tatsachen schaffen solle“, musste er damit rechnen, dass jede noch so kleine Maßnahme durchgeführt würde. Da er neben dem Dienst ehrenamtlich das Backoffice des Netzwerkes verwaltete, war ihm die Gefahr bewusst, dass man aus Übereifer alle Datenträger und PC einsammeln würde, nur um ja keine Fehler zu machen. Dass dies eine monate- bis jahrelange Stilllegung des Vereinsbackoffice bedeuten würde, war klar. Ein Backup für die Kommunikation und Vereinspflege musste her.

Ein völlig veralteter Laptop aus dem Keller, welcher schon mindestens vier Jahre nicht mehr im Betrieb war, immerhin war ein Officepaket und ein Internetbrowser installiert, wurde somit die Reserve, falls man übereifrig die Hauptrechner kurzzeitig konfiszieren würde. Es kam wie es kommen musste: Die Ermittler nahmen alles mit. Der Kamerad, der den Backoffice-Ersatzrechner vorsorglich aufbewahren sollte, bekam es mit der nun ungewohnten Stresssituation zu tun (weil normalerweise ist man ja der “Gute“ und nicht ein Gejagter im eigenen Land) und gab den Schrottlaptop nachträglich ab.

Dass es gar nicht besser hätte laufen können, war wahrscheinlich den Wenigsten bewusst. Die komplette neue Anlage zur Daten- und Mitgliederpflege, welche der Kern des Netzwerks war, war nach kurzer Zeit zurück und der alte Schrottrechner, der vielleicht gar nicht mehr funktionierte, verblieb etliche Monate unter Verschluss, weil man dachte, man wäre nun auf einer neuen Spur. Ende vom Lied, beide Rechner sind absolut frei von jeglichem verdächtigen oder gar illegalen Material. Woher denn auch?

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