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Manipulationstechniken (Teil 2)

Hier noch der zweite Teil der Auswahl nachweisbarer Manipulationstechniken in der Berichterstattung über UNITER.

Reißerische Überschriften:

Die Masse aller Berichte glänzt durch starke Behauptungen und Vorwürfe, welche den Leser packen und suggestiv ein negatives Bild vermitteln. Im Laufe des Artikels wird die Kernaussage aus der Überschrift entweder gar nicht mehr erwähnt oder abgeschwächt in dem man sagt, es gibt dafür keine Beweise, aber der jeweilige Verfasser des Textes schätzt es so ein. Oder gar ganz perfide, dass man Aussagen Dritten zuschreibt (anonymen Quellen/ anderen Zeitungen etc.) um sich juristisch nicht angreifbar zu machen. Dass aufgrund der Informationsflut in der heutigen Zeit die wenigsten Leser einen Artikel zu Ende lesen, bekommen diese die Auflösung, welche das Gegenteil der Überschrift ist, gar nicht mehr mit. Dies ist natürlich beabsichtigt. Name und negative Kernbotschaft der Überschrift bleiben aber im Gedächtnis des Lesers.

Virus Effekt/ Seilschaftsprinzip :

Eine der meist verwendeten Techniken um den viralen Effekt auszubauen, war die Methode sein Netzwerk aus ehemaligen und aktiven taz-Mitarbeitern zu nutzen, die für andere Medien arbeiteten. So wurde nach und nach dieselbe erdachte Story von verschiedenen Verlagen/Zeitungen Online und offline gebracht. Der Leser, der weder den Background noch die Infiltrationen der taz-Journalisten kannte, musste davon ausgehen, dass hier mehrere Verlage neutral und unabhängig über ein Thema berichteten. Mit dem Sympathieeffekt, dem kleinen David/taz (Auflage im Bereich 40.000) gegen den großen Goliath/der fiktiven Schattenarmee zu helfen, wurden selbst in konservativen Blättern Kollegen mobilisiert, die Story fortzuschreiben, ohne den Kern zu hinterfragen.

Unangreifbarkeit als Stilmittel:

In der medialen Berichterstattung wurden Informationen nicht objektiv dargelegt, sondern immer mit einer subjektiven Wertung verbunden. Man kann hier auch von einer (bewussten oder unbewussten) ideologischen Einfärbung der Informationen sprechen. Dafür wählt man bestimmte Tatsachen und zieht bewusst falsche Schlüsse daraus, z.B. Fluchtrucksack und Krisenmanagement wird als Vorbereitung auf den Tag X umgedeutet (Priming: rechtsradikale Prepper) oder legales Schießtraining für Uniformträger wird als Übung für den politischen Umsturz/Putsch oder Bürgerkrieg gewertet.

Auffällig ist auch die sehr anmaßende Berichterstattung gegenüber UNITER. Man sieht sich auf einer moralisch höheren Ebene, was Einem von vornherein das Recht gibt, andere zu diffamieren und ihre Ambitionen grundsätzlich in den Schmutz zu ziehen.

Sollte ein Staatsanwalt dennoch den Mut finden gegen die Akteure vorzugehen wurden auch Maßnahmen ergriffen, wie: Die Aussage wurde so in Sätze verpackt, dass sie nicht eindeutig Stellung dazu nehmen, aber eine Assoziation nahelegen. Beispiel: „Um Spekulationen vorzubeugen: Eine Verbindung des Uniter-Gründers ins Täterumfeld des NSU ist allerdings an keiner Stelle belegt.“ (taz, 19.03.2020) Rechtlich könnte man sich so immer, falls es zur Anklage kommen würde, herauswinden und behaupten, man hätte es nicht so gemeint oder eben auch nicht einmal gesagt. Dass der Leser aber suggestiv diese Meinung eingeimpft bekommt, ist dem Verfasser klar, sonst würde er nicht gezielt solche Wendungen und Spitzfindigkeiten einbauen.

Ebenso wurden Texte nach wenigen Tagen, teilweise Wochen verharmlosend abgeändert, um die juristische Belangbarkeit zu mindern. Somit ist sichergestellt, dass die erste Welle voll trifft, auch wenn sie strafbar ist. Ein zweites Mal lesen und hinterfragen nach Wochen tut aber kaum einer und so milderte man besondere extreme Texte nachträglich ab, um im Falle einer Anklage den Schaden zu begrenzen.

Mit der Fortsetzung (17) enden die Manipulationstechniken