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Manipulationstechniken (Teil 1)

Die folgenden Techniken sind für erfahrene Rhetorikcoachs oder Dialektiker einfach zu erkennen, für den einfachen Leser/ Zuhörer oder Zuschauer, welcher nicht damit rechnet, eine absolute Manipulationsfalle.

 

Die Wahl eines Narrativs

Wenn sich Menschen aus Behörden, Militär und Wirtschaft zusammenfinden, handelt es sich um eine Verschwörung, die sich gegen die (vorwiegend politisch links orientierten) Bürger richtet und mit allen Mitteln verhindert werden muss.

Framing und Feindbildtechnik

Durch das Verwenden von ganz bestimmten Schlüsselworten und deren ständiger Wiederholung, also die „Schattenarmee“, das „Prepper-Netzwerk“, „Tag X“, „Hannibal“, „Rituale“, „Ritterorden“, „Sekte“ sowie Beschreibungen als klandestin, okkult, mysthisch, diffus oder geheim wurde im Zusammenhang mit UNITER ein Frame aufgebaut. Dieser bewirkt, dass nach einer bestimmten Zeit, wenn allein der Name UNITER auftaucht, die genannten Schlüsselworte automatisch assoziiert werden.

Kontinuitätsfalle

Im Fall UNITER kommt es fortwährend zu einer Konstruktion falscher historischer Kontinuitäten, z.B. man stellt UNITER in eine Traditionslinie mit Organisationen wie der Schwarzen Reichswehr, den Freikorps oder Gladio. Aber auch neuere Ereignisse werden als Aufhänger genommen, um erneut über UNITER zu berichten, wie der Christchurch-Attentäter, der Halle-Attentäter und der NSU. Lediglich durch das Auflisten aller Organisationen oder Taten schafft man im Unterbewusstsein eine Verbindung.

 

Wording, Metaphern und Storytelling

Durch das ständige Verwenden von bestimmten Wörtern und Sprachbildern wird ein Bedrohungsszenario aufgebaut, so erzeugt man bei den Menschen ein Gefühl von Unsicherheit und Angst. Im Fall UNITER hat es ja schon etwas Romanhaftes. Die Causa UNITER wird wie ein Politthriller verkauft. Man versucht mit allen Mitteln, ähnlich wie in einem Roman, „Hannibal“ als den Bösewicht schlechthin zu konstruieren, welcher im Hintergrund die Fäden zieht. Das hätte mit der Person André S. nicht funktioniert.

Selektive Informationsweitergabe

Man sucht immer die Dinge heraus, die ins Bild passen, lässt aber andere, ebenso relevante Dinge weg. Man selektiert Informationen subjektiv. Man stellt also bei UNITER z.B. das Militärische (was sofort negativ als militaristisch interpretiert wird) und die vereinseigene Diskretion (was ebenso negativ umgedeutet wird) in den Vordergrund, verschweigt aber z.B. die sozialen Projekte, oder auch die multiethnische Herkunft vieler Mitglieder. Man verbindet somit zusätzlich auch noch suggestiv verschiedene Fälle und Schlagzeilen aus der Vergangenheit und baut dem Leser ein Netzwerk und Konstrukt auf. Wie beim Beispiel Nordkreuz, welches immer in einem Atemzug mit UNITER genannt wird, soll eine Verbindung und Gleichsetzung sattfinden. So kann man die Geschichten und Ereignisse selbst zusammenpuzzlen und der Leser, welche sich nicht die Mühe eigener Recherchen machen wird, vertraut der vermeintlichen Expertise der Journalisten.

Halbwahrheiten

Eine weitere Methode ist das Verbinden von Tatsachen mit Lügen oder Halbwahrheiten. Die so entstandenen „Informationen“ wirken äußerst glaubwürdig. Beispielsweise, wann und wo Kurse waren und wer daran teilgenommen hat, wird gemischt mit eigenen Interpretationen und „Einschätzungen“. Da also A richtig war, muss B auch richtig sein. Eine klassische Manipulationstechnik.

 

Typische Schwarz-Weiß-Technik

„Wir sind die Demokraten – die anderen sind die Bösen/die Faschisten/die Verschwörer.“ Dem Leser wurde keine Wahl gegeben, sich frei zu entscheiden. Die Sichtweise wurde vorgegeben ohne Möglichkeit der Auswahl oder der sachlichen Begründung der Behauptung.

Falsche Zitate

Zitate wurden wie in dem einem Beispiel immer aus dem Zusammenhang gerissen und frei zusammengesetzt oder in einem anderen Kontext eingebunden. Da das Opfer nie gehört wurde oder zu unbedeutend ist, um dagegen vorzugehen, scheute man selbst Straftaten nicht.

Glaubwürdigkeitsattacke

Es wurde der Versuch unternommen, der Reputation des Gegenübers nachhaltig zu schaden bzw. sie zu zerstören, um somit keine Argumente als die eigenen durchzulassen. Gerade in meinen Fall, wird hier von medialer Seite aggressiv versucht, die Person „Hannibal“ unglaubwürdig zu machen.  Man spricht der medialen Figur „Hannibal“ jeglichen ehrbaren Absichten, Vorsätze und Ziele ab. Man unterstellt hier grundsätzlich Böses. Die Figur „Hannibal“ wird als ein regelrechtes Feindbild aufgebaut. Dies ist ein sehr perfides Mittel, weil dadurch dem Gegenüber jede Menschlichkeit abgesprochen wird, man sieht ihn nicht mehr als Mensch, sondern nur noch als Feind.

Die gleichzeitige Sündenbocktechnik ist bilderbuchmäßig: Den Ausgang bildet ein machtloses Opfer (ein aktiver Soldat, der schon rein rechtlich sich nicht öffentlich zu den Vorwürfen äußern darf und sich somit nicht wehren kann). Man macht ihn unbeliebt durch Überspitzungen und erfundene Geschichten. Anschließend sorgt man dafür, dass es einen hohen Wiedererkennungswert gibt, damit er sich auch medial gut verkaufen lässt 🡪 Wording von „Hannibal“…niemand nennt mich so privat. Und man stilisiert mich zum personifizierten Bösen, so dass jede meiner Äußerungen unglaubwürdig wird. Glücklicherweise kennen mich meine Freunde von einer anderen Seite.

Copy&Paste Methode

Kaum ein Medium hat die Story komplett selbst recherchiert, sondern man bedient sich der vorgefertigten Texte befreundeter Kollegen, auf die man irgendein passendes Detail als aktuellen Aufhänger verwendet. Binnen kürzester Zeit hat man damit eine eigene aktuelle UNITER-Story. Dafür blendet man natürlich die offiziellen Stellungnahmen aus dem Bundestag, den Landtagen, der jeweils zuständigen Behörden usw. aus, denn das würde an der Wurzel der Geschichte nagen und die Unglaubwürdigkeit sichtbar machen.

Dies sind nur wenige Techniken welche gegen den Leser/ Fernsehzuschauer bewusst eingesetzt wurden um seine Wahrnehmung zu täuschen. Jetzt noch von ausversehen zu sprechen würde glaube ich die Intelligenz aller beleidigen, dies könnten Privatpersonen vielleicht behaupten aber keine Institutionen welche Manipulation als Handwerk professionell erlernen.

Fortsetzung in Teil 16